Audiatur et altera pars ist ein alter lateinischer Grundsatz des Prozessrechts und bedeutet wörtlich übersetzt:
Der juristische Gehalt des Rechtssatzes liegt in dem Gebot, stets beiden Parteien eines Prozesses Gelegenheit zur Darstellung des eigenen Standpunktes zu geben.
Der Satz geht zurück auf eine Stelle in der Tragödie Medea des römischen Rhetorikers Seneca.
Heute gebraucht man den lateinischen Spruch, um vor voreiligen Schlüssen, zu warnen. So heißt es mit Hinblick auf einen Disput zwischen den deutschen Politikern Peter Gauweiler und Martin Schulz über den Vertrag von Lissabon:
Diese Redewendung geht zurück auf eine Stelle im Alten Testament, wo der Prophet Elia zu dem von falschen Propheten verwirrten Volk Israel spricht:
Baal war ein kanaanäischer Wetter- und Fruchtbarkeitsgott und wurde später im Christentum zum Dämonen Baal.
Die Redewendung wird auch heute noch oft gebraucht:
- „Ein Versuch, der auf den ersten Blick auf beiden Seiten hinkt.“
- „Er hinkt auf beiden Seiten. Er hält's mit allen Parteien.“
- „Dieser Vergleich hinkt auf beiden Seiten.“