Diese lateinische Formel (deutsch: der sei verflucht) die vom Apostel Paulus in zwei Briefen verwendet wird, ist als Formel für die Exkommunikation aus der katholischen Kirche bekannt geworden.
Das Anathema bezeichnet eine kirchenrechtliche Verurteilung und gilt als strengere Maßnahme, verglichen mit einer Exkommunikation.
Im Lateinischen wird die Formel „Anathema sit“ verwendet. Die deutsche Bezeichnung ist Kirchenbann. Die Ursprungsbedeutung des Wortes ist Aufgestelltes. Von dort verengte sich der Begriff zu der Gottheit im Tempel Aufgestelltes, Weihegeschenk und weiter zu der Gnade oder dem Zorn der Gottheit Ausgeliefertes.
Daraus ergab sich ἀνάθημα ἔστω anathēma estō als Formel: Er sei (dem Gott) dahingegeben! In diesem Sinne erscheint das Wort mehrmals im Neuen Testament.
Man gebraucht diese Redensart, um auszudrücken, dass jemand ein ungebundenes Leben ohne feste persönliche Bindungen führt. Stammt aus dem von Friedrich Silcher vertonten Lied Nun leb wohl, du kleine Gasse von Albert Graf Schlippenbach, in dem allerdings gerade die Sehnsucht nach der zurückgelassenen Geliebten ausgedrückt wird:
In einem Feldpostbrief aus dem Jahr 1942 schreibt eine junge Frau: